Die Gründung der des Lyrikerinnen-Ensembles “Compagnia delle poete“ im Sommer 2009 geht auf die Initiative Mia Lecomtes zurück, einer italofranzösischen Lyrikerin und Migrationsliteraturexpertin und wird von “La Tenda“, einem Verein für die Förderung multiethnischer Kultur, promotet .
Die zumindest einen Teil des Jahres oder ständig in Italien lebenden Mitglieder sind Autorinnen mit Migrationshintergrund, die die gemeinsame Zweitsprache Italienisch für die literarische Expression benützen.
Im Moment besteht die Kompagnie aus zirka zwanzig Lyrikerinnen aus verschiedenen Kontinenten, die spezielle, von Migration und transnationalen Aspekten geprägte Geschichten gemeinsam haben.
Bei der Realisierung ihrer Aufführungen werden sie von verschiedenen KünstlerInnen, MalerInnen, MusikerInnen, BildhauerInnen, FotographInnen, TänzerInnen und SchauspielerInnen unterstützt, die bereits in einem internationalen Kontext gearbeitet und gebietsübergreifende Erfahrungen gesammelt haben.
Die Kompagnie will eine Art von Orchester bilden, in das sich die von verschiedenen linguistischen und kulturellen Traditionen beeinflussten Texte harmonisch einfügen.
Die modulare Struktur der Aufführungen ermöglicht es, die Formel je nach Situation und Präsenz der Autorinnen zu modifizieren und neu zu adaptieren.
Ziel des Ensembles ist es, die Begegnung von Gedicht und Publikum und damit die ursprüngliche Funktion einer von ZuhörerInnen und SprecherInnen geteilten – gemeinsam erlebten – Oralität zu fördern.
Gleichzeitig will es der Migrationsliteratur eine Stimme geben, die, was die Tradition einiger bestimmter Länder betrifft, mehr als andere an Mündlichkeit gebunden ist.
Das Resultat ist eine interessante und neue Erscheinung im Bereich der Hybridisierung und der wechselseitigen Beeinflussung, die das Kennzeichen des vitalsten Teils der Kultur des Jahrhunderts sind.

Folgende Lyrikerinnen sind zur Zeit Teil der “Compagnia delle poete“: Prisca Agustoni, Cristina Ali Farah, Anahid Baklu, Livia Bazu, Laure Cambau, Anilda Ibrahimi, Adriana Langtry, Mia Lecomte, Sarah Zuhra Lukanic, Natalia Molebatsi, Vera Lucia de Oliveira, Helene Paraskeva, Lidia Palazzolo, Brenda Porster, Begonya Pozo, Barbara Pumhösel, Sally Read, Melita Richter, Francisca Paz Rojas, Candelaria Romero, Jacqueline Spaccini, Eva Taylor.

Das Projekt wurde im Rahmen einer von Prof. Armando Gnisci der römischen Universität „La Sapienza“ erdachten Seminarreihe zur kreolischen Literatur sowohl vom Referat für Kulturpolitik des Bezirkes Rom im Palazzo Valentini als auch an der Universität “La Sapienza“ vorgestellt, und ist Objekt von Diplomarbeiten von Studierenden der selben Universität.

Das Ensemble nimmt häufig an Seminaren und an akademischen und literarischen Tagungen teil, sowohl in Italien als auch im Ausland, die sich mit Thematiken der italophonen Migrationslyrik – mit Schwerpunk auf Autorinnen und performativer Expression – beschäftigen.